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GRI 302: Energie 

Managementansatz

Die Schonung der natürlichen Ressourcen und die Bekämpfung des Klimawandels gehören zu den größten globalen Herausforderungen. Energieeffizienz ist ein wichtiger Hebel, um ihnen zu begegnen. Interseroh versucht zum einen, mit seinen Produkten und Dienstleistungen energieeffiziente Prozesse für Kunden aufzusetzen.
Zum anderen gestaltet das Unternehmen auch die eigenen Prozesse möglichst energie- und ressourcensparend.

Im Rahmen des Umweltprogramms sind alle Standorte verpflichtet, kontinuierlich an der Verbesserung ihrer Umweltleistungen zu arbeiten. Alle Interseroh Standorte sind nach ISO 50001 (Energiemanagement) zertifiziert. Indem das Unternehmen Einsparpotenziale aufdeckt und geeignete Maßnahmen einleitet, soll der Energiebedarf kontinuierlich gesenkt und so der spezifische ökologische Fußabdruck von Interseroh reduziert werden (siehe Nachhaltigkeitsprogramm unter GRI 102-16: Werte, Richtlinien, Standards und Verhaltensnormen). Dafür wird der jeweilige Energieverbrauch detailliert erfasst, gesteuert und jährlich mit der Geschäftsführung besprochen.

Um weitere Verbesserungen durch das Umweltmanagement zu erzielen, fördert Interseroh ein umweltbewusstes Verhalten aller Mitarbeiter und kommuniziert aktiv in der Unternehmensgruppe durchgeführte Projekte. Ziel ist es, dadurch Aufmerksamkeit zu schaffen, Verbräuche zu reduzieren und Effizienz zu steigern (siehe GRI 302-4: Verringerung des Energieverbrauchs).

302-1: Energieverbrauch innerhalb der Organisation

Im Jahr 2018 lag der Gesamtenergieverbrauch bei 66.366 Megawattstunden (MWh) und damit 1.386 MWh über dem Vorjahr mit 64.980 MWh. Das entspricht einer Steigerung von 2,1 Prozent. Der Mehrverbrauch wurde maßgeblich durch eine Produktionssteigerung des energieintensivsten Standorts in Eisenhüttenstadt verursacht. An diesem Standort allein wurden 2.103 MWh mehr verbraucht als im Vorjahr.

Die für Interseroh relevanten Energieträger teilen sich in Gas, Diesel, Heizöl, Strom und Fernwärme auf. Bisher wurde der Verbrauch fast ausschließlich mit Energie aus fossilen Energiequellen gedeckt. Seit 2016 bezieht der vergleichsweise kleine Standort Wien Grünstrom. Der Verbrauch belief sich 2018 auf 24.706 kWh. Im Rahmen der Klimastrategie wurde der Bezug des Standorts Köln und der Sortieranlage in Walldürn ab 2019 ebenfalls auf Grünstrom umgestellt.

Energieverbrauch aus fossilen Energiequellen (in MWh) 1
  2016 2017 2018
Gesamt 69.433 64.959 66.342
Diesel 13.505 13.807 14.302
Gas 8.142 7.516 6.596
Heizöl 976 591 514
Strom 44.823 41.830 44.145
Fernwärme 1.987 1.214 785

1 Aufgrund von Rundung können sich bei Summenbildung geringfügige Abweichungen ergeben; Quellen: Die Angaben zum jeweiligen Energieverbrauch beruhen auf Messungen an den Standorten, Rechnungen der Lieferanten und, falls keine Abrechnung verfügbar ist, auf qualifizierten Schätzungen. Aus Gründen der Datenerfassung werden die Mengen in Megawattstunden (MWh) angegeben. Für die Angaben wurden die üblichen Umrechnungsfaktoren entsprechend öffentlich verfügbaren Quellen verwendet.

302-2: Energieverbrauch außerhalb der Organisation

Den Energieverbrauch außerhalb des Unternehmens, also durch wesentliche vor- und nachgelagerte Aktivitäten im Zusammenhang mit den Geschäftstätigkeiten, betrachtet Interseroh nicht vollständig. Zur Steuerung werden vielmehr die
CO2-Emissionen (Scope 3) als maßgeblich erachtet und in Form eines Corporate Carbon Footprints umfassend erfasst und bewertet (siehe GRI 305: Emissionen).

302-3: Energieintensität

Der unternehmensinterne Gesamtenergieverbrauch von Interseroh lag 2018 bei 66.366 MWh (2017: 64.980 MWh).
Die Energieintensität bezogen auf den Umsatz konnte Interseroh in den letzten Jahren deutlich verringern: von 141,2 MWh pro Million Euro im Jahr 2016 auf 89,9 MWh im Jahr 2018.

Energieintensität 1
  201620172018
Absoluter Energie­verbrauch (in MWh) 69.444 64.980 66.366
Energieintensität (in MWh pro 1 Mio. Euro Umsatz) 141,2 126,0 89,8

1 Einbezogene Energiearten: Gas, Diesel, Heizöl, Strom, Fernwärme und Grünstrom.

302-4: Verringerung des Energieverbrauchs

Im langjährigen Vergleich konnte der Gesamtenergieverbrauch seit 2014 (ca. 73.603 MWh) auf 66.366 MWh im Jahr 2018 gesenkt werden. Das entspricht einer Reduktion von rund 9,8 Prozent. Eine Ausnahme stellt das Jahr 2017 dar: Aufgrund einer geplanten Produktionsverringerung um ca. 20 Prozent im energieintensiven Kunststoff-Recyclingwerk in Eisenhüttenstadt lag der Gesamtenergieverbrauch 1.386 MWh unter dem des Jahres 2018.

Interseroh optimiert weiter seine Prozesse und berücksichtigt die Energieeffizienz bei Neubeschaffungen bzw. dem Austausch von Aggregaten. Verfahrensanweisungen und Checklisten für den Anlagenstillstand umfassen alle abzuschaltenden Aggregate und tragen zur Reduktion der Anlagenverbräuche bei. Weitere Maßnahmen umfassen unter anderem den Einbau hocheffizienter Druckluftaggregate mit intelligenter übergeordneter Steuerung mittels Kompressoren, den Tausch von Leuchtstoffröhren gegen LEDs und den Einsatz von Präsenzmeldern. Durch diese und weitere Maßnahmen soll der Energiebedarf weiter gesenkt werden.

Verringerung des Energieverbrauchs
  201620172018
Absoluter Energie­verbrauch (in MWh) 69.444 64.980 66.366

302-5: Senkung des Energiebedarfs für Produkte und Dienstleistungen

Als Recyclingunternehmen ist die Reduktion des Energieverbrauchs (siehe GRI 302-4: Verringerung des Energieverbrauchs) in den unternehmenseigenen Anlagen auch ein direkter Gewinn für die Kunden: Ihnen kann Interseroh dadurch Produkte und Prozesse bieten, die weniger Energie benötigen und somit auch weniger Treibhausgase ausstoßen.