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Nachhaltigkeitsreporting: Vertrauen durch Transparenz

In unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung legen wir umfassend Rechenschaft über unsere sozialen und ökologischen Leistungen ab. Damit können sich Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und andere Interessierte ein Bild darüber machen, welche Auswirkungen die Geschäftstätigkeit von Interseroh auf Gesellschaft und Umwelt hat.

Test

Strategie und Analyse

G4 - 1 Erklärung des höchsten Entscheidungsträgers

Liebe Leserinnen und Leser,

die Weltbevölkerung verbraucht zu viele Ressourcen. Nicht erst seit gestern. Schon seit fast 50 Jahren entnehmen wir der Erde mehr Rohstoffe, als natürlich nachwachsen können – und zwar jedes Jahr erneut. Rein rechnerisch benötigen wir so schon in 13 Jahren eine neue Erde. Damit sollte uns eines ganz deutlich bewusst sein: Die Rechnung kann für uns und die kommenden Generationen nicht aufgehen. Wollen wir uns unserer Lebensgrundlage nicht entziehen, müssen wir Ressourcen stärker schützen.

Interseroh hat schon vor über 25 Jahren genau hier angesetzt: Unser Geschäftsmodell beruht auf der Überzeugung, dass wir Ressourcen schonen und Verschwendung vermeiden müssen. Es ist unser Anspruch und zugleich das Versprechen an unsere Kunden, „zero waste solutions“ zu entwickeln. Darunter verstehen wir Lösungen, die Rohstoffe im Kreislauf führen, die Lebensdauer von Produkten verlängern und Prozesse so effizient wie möglich gestalten. Es geht darum, die Entwicklung hin zu einer kreislaufgeführten Wirtschaft voranzutreiben: mit innovativen Ideen, die Trends wie die Digitalisierung beachten und bisher ungelöste Probleme angehen. Und durch die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, wie wir es beispielsweise mit unserem Joint Venture Encory getan haben.

„Verschwendung vermeiden“ beziehen wir aber nicht nur auf unser Geschäft, sondern auch auf unser eigenes Handeln – auf den unverhältnismäßigen Verbrauch von materiellen Ressourcen ebenso wie auf die ineffiziente Nutzung von Zeit, Fähigkeiten oder finanziellen Mitteln.

Dabei wollen wir alle Unternehmensbereiche mit einbeziehen und haben einen umfassenden Maßnahmenkatalog beschlossen, wie beispielsweise die erstmalige Berechnung unseres Corporate Carbon Footprints und die damit verbundene Erarbeitung einer eigenen Klimastrategie.

Alle unsere Aktivitäten sind in unsere Nachhaltigkeitsstrategie eingebettet und mit Zielen hinterlegt. Diese treiben wir konsequent voran und berichten transparent über unsere Entwicklung.

Wie genau unsere „zero waste solutions“ aussehen und wie wir sie entwickeln, zeigen wir Ihnen in unserem Nachhaltigkeitsmagazin und in diesem Bericht.

Wir wünschen Ihnen eine informative und anregende Lektüre.


Ihr Management Team

Hans-Stefan Kalinowski, Dr. Timo Langemann, Markus Müller-Drexel

G4 - 2 Zentrale Nachhaltigkeitsauswirkungen, -risiken und -chancen

Interserohs Geschäftsmodell orientiert sich an drängenden gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen: Mit Blick auf den enormen Rohstoffbedarf der Industrienationen werden zunehmend Konzepte benötigt, die Ökologie und Ökonomie in Einklang bringen und dabei gleichzeitig den aktuellen Konsumanforderungen Rechnung tragen. Die Idee einer ganzheitlichen Kreislaufwirtschaft stellt diesbezüglich einen besonders nachhaltigen Ansatz dar.

Mit der Mission „zero waste solutions“ will der Recyclingspezialist den steigenden Ressourcenbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung nachhaltig sichern und dafür sorgen, dass wertvolle Rohstoffe nicht unnötig verschwendet werden. Dafür entwickelt Interseroh Lösungen, um Rohstoffe im Kreislauf zu führen, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und Prozesse so effizient wie möglich zu gestalten. Allein 2015 konnten durch die Recyclingaktivitäten der ALBA Group, zu der Interseroh gehört, rund 51,8 Millionen Tonnen Primärressourcen eingespart und ca. 5,9 Millionen Tonnen Treibhausgase vermieden werden. 

Globale Herausforderungen wie der Klimawandel sowie das wachsende Bewusstsein in der Bevölkerung und in der Wirtschaft für die Notwendigkeit von Ressourcenschonung und Recycling tragen dazu bei, dass die Nachfrage nach Interserohs Dienstleistungen in den letzten Jahren stetig gestiegen ist. Recycling wird für Interserohs Kunden immer bedeutender. Denn Unternehmen, die durch konsequentes Recycling Wertstoffkreisläufe im Kerngeschäft verankern, reduzieren ihre Abhängigkeit von volatilen Primärrohstoffmärkten und sichern ihre Wettbewerbsfähigkeit. Für Europas Volkswirtschaften schätzt die Ellen MacArthur Foundation Stiftung in der Studie „Achieving 'Growth Within'“ (2017) das ökonomische Potenzial der Kreislaufwirtschaft auf rund 320 Milliarden Euro bis 2025. 

Auch politische Entwicklungen machen die wachsende Bedeutung von Ressourcenschonung und Umweltschutz deutlich: Bei der Weltklimakonferenz 2015 in Paris haben sich 196 Staaten dafür ausgesprochen, die globale Erwärmung auf maximal 2 °C zu begrenzen. Ressourcenschonung und die effiziente Gestaltung von Prozessen sind dafür wichtige Ansatzpunkte. Auch bei den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) sind Themen wie die Reduzierung des Abfallaufkommens durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwendung und Wiederverwertung deutlich verankert. 

Risiken ergeben sich für Interseroh vor allem aus den volatilen Rohstoffpreisen. Ihre Entwicklung ist oftmals schwer vorherzusagen, wirkt sich aber mittelbar auf die Nachfrage nach Interserohs Dienstleistungen aus. Durch stetige Analysen, die Beobachtung entsprechender Märkte und darauf basierende Prognosen versucht Interseroh, diesem Risiko entgegenzuwirken. Ein weiteres Risiko sieht das Unternehmen im Recruiting qualifizierter Mitarbeiter, insbesondere IT-Fachkräfte. Der Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte verstärkt sich weiter, zugleich sind sie gerade im Zuge der Digitalisierung, die auch Interserohs Geschäftsbereiche stark verändert, Voraussetzung für ein zukunftsfähiges Unternehmen. Die Lösung sieht Interseroh in einer vorausschauenden Personalplanung und verstärktem Recruiting.

Um die Chancen und Risiken, die sich aus diesen Entwicklungen ergeben, frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und zu steuern, hat Interseroh ein Steuerungs- und Kontrollsystem in einem einheitlichen Risikomanagement eingeführt. Die Kernbereiche dieses Risikomanagements sind die strategische und operative Unternehmensplanung, das interne Berichtswesen, das interne Kontroll- und Compliance-System (siehe G4 – Aspekt Compliance – Managementansatz), das Treasury-Management sowie das Risikofrüherkennungssystem. Weitere Informationen hierzu bietet der Geschäftsbericht 2015 der ALBA SE, Seite 73 ff.