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VAUDE bringt erste Fahrradtasche aus Recycling-Material auf den Markt

Kunststoffverpackungen werden für Radtaschen-Rückensystem recycelt +++ Erste VAUDE Radtaschenserie aus vollständig recycelten Hauptmaterialien +++ Inklusive Rückenplatte aus recycelten Kunststoffverpackungen und Befestigungs-Haken aus recycelten Mehrschichtfolien +++ Großer Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft +++ Zusammenarbeit mit Recycling-Unternehmen Interseroh und APK +++ Im Handel ab Oktober 2021

Innovativ, klimafreundlich und äußerst stabil – das ist das neue, nachhaltige Material aus recycelten Kunststoffverpackungen, das der Outdoor-Ausrüster VAUDE erstmals für das Rückensystem seiner neuen Radtaschen-Serie „ReCycle“ verwendet. Dazu arbeitet das deutsche Familienunternehmen mit den Recycling-Firmen Interseroh und APK zusammen.

„Der Stoff unserer Radtaschen besteht schon lange aus recyceltem Material – die große Innovation ist, dass wir nun auch ein Rückensystem aus recycelten Materialien herstellen können“, erklärt Clément Affholder, Project Manager Innovation, VAUDE. Die neuen Fahrradtaschen sind damit die ersten Radtaschen bei VAUDE – und generell auf dem Markt – bei denen alle Hauptmaterialien aus recycelten Stoffen bestehen. 

Die Radtaschen leisten einen großen Schritt hin zum gesetzten Klimaziel von VAUDE: "Wir streben globale Klimaneutralität an und möchten bis 2024 unsere Produkte überwiegend aus biobasierten oder recycelten Materialien herstellen", sagt Antje von Dewitz, Geschäftsführerin von VAUDE. Die Orientierung erfolgt am Prinzip der Kreislaufwirtschaft: Durch den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen und das Recycling von Materialien werden fossile Ressourcen geschont und CO2-Emissionen in der Materialherstellung deutlich reduziert.

Rückenplatte aus Post-Consumer-Abfällen

Die Rückenplatte der Taschen besteht dabei zu 100 Prozent aus Procyclen – einem Recyclingkunststoff, den der Umweltdienstleister Interseroh nach strengen Qualitätsstandards aus Post-Consumer-Abfällen aus der Gelben Tonne/dem Gelben Sack herstellt.

Um eine leichte und zugleich dauerhaft stabile Befestigung der Fahrradtasche am Gepäckträger zu ermöglichen, muss die Kunststoff-Konstruktion besonderen Anforderungen genügen. Das speziell für VAUDE entwickelte Procyclen, ein Polypropylen-Recompound, verfügt über eine besondere Langzeit-Schlagzähigkeit im extrem niedrigen sowie hohen Temperaturbereich mit zusätzlicher garantierter UV- und Oberflächen-Kratzbeständigkeit. Gleichzeitig gewährleistet eine verbesserte Zugfestigkeit die geometrische Stabilität des Produkts. „Es handelt sich um eine einzigartige neue Rezeptur, deren Eigenschaften selbst bei der Modifikation von Neuware bisher auf industrieller Ebene so nicht erreicht wurden“, sagt Dr. Manica Ulcnik-Krump, Leiterin der Business Unit Recycled-Resource bei Interseroh.

Mit dem Verfahren „Recycled-Resource“ hat Interseroh das Compoundieren von Altkunststoffen und die Herstellung kundenspezifischer Recyclingrohstoffe perfektioniert – zum Nutzen der Industrie und der Umwelt: Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts UMSICHT spart der Einsatz von Procyclen im Vergleich zur Verwendung von Neuware rund 56 Prozent Treibhausgasemissionen ein.

Befestigungs-Haken aus recycelten Mehrschichtfolien

Für die Befestigungs-Haken der Tasche greift VAUDE auf ein hochleistungsfähiges, verstärktes Polyamid 6-Rezyklat der APK AG zurück. Das Polyamid-Rezyklat wurde mit dem innovativen Newcycling®-Prozess erzeugt, einem physikalischen, lösemittelbasierten Verfahren, indem aus Abfällen aus der Herstellung von PA/PE-Mehrschichtfolien für Verpackungen, hochreine Rezyklate gewonnen werden.

Für die Haken wurde von VAUDE ein Rezyklat benötigt, welches selbst unter den unterschiedlichsten Outdoor-Bedingungen hohen Belastungen Stand hält und sich durch seine Langlebigkeit auszeichnet. Des Weiteren musste eine gute Einfärbbarkeit des Materials gewährleistet sein, um designrelevante Aspekte zu berücksichtigen. All diese Anforderungen erfüllt das Mersamid®-Rezyklat der APK AG und das Ganze bei einem reduzierten CO2-Fußabdruck im Vergleich zu Neuwaren-Polyamid um 88 Prozent (ifeu, 2019).

„Wir freuen uns sehr über die hervorragende Möglichkeit, die Eignung unserer PA-Rezyklate für anspruchsvolle Anwendungen wie der VAUDE Radtaschen unter Beweis stellen zu können. Dies ist ein tolles Beispiel dafür, dass es möglich ist, Abfälle aus einem Stoffstrom, der bis dato mit Standardtechnologie nicht sinnvoll recycelt werden konnte, in den Kreislauf zurückzuführen“, so Klaus Wohnig, CEO der APK AG.

Neue Radtaschen-Serie „ReCycle“ im Handel

Die neue Fahrradtaschen-Serie besteht aus drei unterschiedlich großen Hinterradtaschen (ReCycle Pro Single, ReCycle Back Single, ReCycle Back) und einer Shoppertasche für den Fahrrad-Gepäckträger (ReCycle Shopper). Alle Taschen sind wasserdicht verschweißt und klimaneutral in Deutschland hergestellt. Im Handel sind sie ab Oktober 2021 erhältlich.

Über VAUDE

Als nachhaltiger Outdoor-Ausrüster leistet VAUDE einen Beitrag zu einer lebenswerten Welt, damit Menschen von morgen die Natur mit gutem Gewissen genießen können. Dabei setzt das Familienunternehmen weltweit ökologische und soziale Standards entlang der globalen Lieferkette. VAUDE veröffentlicht jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht und lässt sich regelmäßig extern zertifizieren. Seit 2001 arbeitet das Unternehmen mit dem strengen Umweltstandard bluesign® System, der die gesamte textile Wertschöpfungskette kontrolliert. Der Firmenstandort Tettnang und alle dort hergestellten Produkte sind 100 Prozent klimaneutral. Am Firmensitz beschäftigt VAUDE rund 500 Mitarbeitende. Weitere Informationen unter www.vaude.com.

Über APK

Die APK wurde 2008 mit dem Ziel gegründet, Kunststoffrezyklat mit größtmöglichem Reinheitsgrad aus Kunststoffabfällen zu gewinnen. Die Eigenschaften des Rezyklats sollten vergleichbar zu denen von Neukunststoffen sein. Die Forscher und Ingenieure von APK haben mit dem Newcycling®-Prozess eine effiziente Recyclingtechnologie entwickelt, die mechanische und lösungsmittelbasierte Schritte kombiniert. Das Qualitätsniveau im Bereich der physikalischen Recyclingtechnologien zu heben und damit die Tür zu neuen Endmärkten zu öffnen und gleichzeitig den CO2-Fußabdruck gering zu halten, ist die Mission von APK und ihr Beitrag zu einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe. Derzeit beschäftigt die APK etwa 130 Arbeitnehmer an ihrem Standort Merseburg. Die Produktionsanlage verfügt über eine jährliche Recyclingkapazität von bis zu 20.000 Tonnen. Die etablierten Kunststoffrezyklate aus Merseburg werden unter den Namen Mersalen® und Mersamid® vermarktet.

Weitere Informationen unter www.apk-ag.de.

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Über Interseroh:

Interseroh, ein Unternehmen der ALBA Group, ist einer der führenden Umweltdienstleister rund um die Schließung von Produkt-, Material- und Logistikkreisläufen. Ab dem kommenden Jahr startet Interseroh mit einem neuen dualen System und einem neuen Konzept. Das Angebot der neu gegründeten Interseroh+ GmbH richtet sich an alle Unternehmen, die nicht nur ihre gesetzliche Pflicht zur Verpackungslizenzierung erfüllen wollen, sondern selbst Verantwortung für das Schließen von Recycling- und Rohstoffkreisläufen übernehmen möchten. Sie können auf Wunsch als stille Beteiligte bei der Neugründung einsteigen.

 

Die ALBA Group ist mit ihren beiden Marken ALBA und Interseroh in Deutschland und Europa sowie in Asien aktiv. Im Jahr 2020 erwirtschafteten ihre Geschäftsbereiche einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro und beschäftigten insgesamt rund 8.700 Mitarbeiter*innen. Damit ist die ALBA Group einer der führenden Recycling- und Umweltdienstleister sowie Rohstoffversorger weltweit. Durch die Recyclingaktivitäten der ALBA Group konnten allein im Jahr 2019 mehr als 4,2 Millionen Tonnen Treibhausgase im Vergleich zur Primärproduktion und 32,3 Millionen Tonnen Primärrohstoffe eingespart werden.

 

Weitere Informationen zu Interseroh finden Sie unter www.interseroh.de. Unter www.albagroup.de/presse können alle Pressemitteilungen der ALBA Group als RSS-Feed abonniert werden. Bitte beachten Sie auch unser Onlineportal mit Informationen rund um die Themen Rohstoffe und Recycling: www.recyclingnews.de.